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Ein Unglück und seine Folgen

Veröffentlicht: Donnerstag, 26.07.2012
Autor: Kommunikation

Am 28. Juli 1912 rammte der Ausflugsdampfer Kronprinz Wilhelm gegen 19 Uhr die Anlegestelle am Brückenkopf der Seebrücke in Binz auf Rügen. Über 100 Menschen stürzten ins Wasser und 17 Personen, darunter sieben Kinder, ertranken. Das Seebrücken-Unglück in Binz war der Grund für einen Aufruf des Deutschen Schwimmverbandes zur Gründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Juni 1913. Bereits wenige Monate später – am 19.10.1913 – wurde die DLRG im Leipziger Hotel „de Prusse“ gegründet.

In diesen 100 Jahren wurde viel erreicht. Damals ertranken etwa 5.000 Menschen pro Jahr – im Jahr 2011 waren es 410. Damals konnten nur wenige Menschen schwimmen – heute sind Nichtschwimmer eher selten. Allerdings hat die DLRG eine traurige Entwicklung feststellen müssen: Die Zahl der Schwimmer geht zurück. Inzwischen kann nur noch jedes zweite Kind nach Abschluss der vierten Klasse sicher schwimmen. „Diesen Trend stellen auch wir in Gladbeck immer wieder fest. So erreichen uns häufig Anfragen von Eltern deren Kinder mit 8 – 12 Jahren noch nicht sicher schwimmen können“, erklärt Rainer Ausbildungsleiter Schwimmen der DLRG Gladbeck. „Aber auch die Bereitschaft von Personen zwischen 40 und 60 Jahren sich ehrenamtlich zu engagieren ist in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen. Wir würden uns auch hier freuen, wenn wir den einen oder anderen Helfer gewinnen könnten“, erklärt Elsner weiter. Dass es auch gar nicht so schwierig ist hier Fuß zu fassen, kann er selbst aus bester Erfahrung erzählen. War er eigentlich nur beim Training um seine Kinder zum Schwimmen zu bringen und abzuholen, entschloss er sich die Zeit zu nutzen und den anderen Ausbildern zu helfen. „Diese haben mir alles beigebracht und in dem tollen Team macht es auch viel Spaß mitzuarbeiten und das obwohl ich nicht der Spitzenschwimmer bin. Außerdem ist es schön, wenn man mit zwei bis drei Stunden in der Woche anderen helfen kann und auch ein tolles Gefühl, wenn man dann mal einem freudestrahlenden Kind sein Seepferdchen überreichen kann.“, erklärt Elsner.

Aber nicht nur die Schwimmausbildung der DLRG hat zur Verringerung der Ertrinkungszahlen geführt. „Denn wir sind kein Schwimmverein“ betont Andreas Richtarsky, Vorsitzender der Gladbecker DLRG. „Wir sind eine Hilfsorganisation und haben den Aufgabenschwerpunkt Wasserrettung. Dazu gehören aber nicht nur die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, sondern auch Aufgaben die man aus anderen Organisationen kennt, wie die Erste Hilfe und Sanitäterausbildung“, erläutert Richtarsky. Denn das Retten aus dem Wasser reicht nicht aus um einem Ertrinkendem zu helfen. Daher beschäftigen sich die Lebensretter der DLRG auch mit Aufgaben abseits des Wassers. Von Erste Hilfe, Sanitätsdienst, der Jugendarbeit bis hin zum Wasserrettungsdienst und seinen unterstützenden Bereichen (wie etwa Funk) gibt es viel zu tun bzw. viele Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten. „Dabei spielt auch das Alter keine Rolle“, erklärt Richtarsky. „Wir haben erst im letzten Jahr für die ab 13 jährigen das Jugend Einsatz Team gegründet. In dem sie alle Aufgaben der DLRG kennen lernen können, sowie in die Rettungsschwimmausbildung und den Wasserrettungsdienst unter Anleitung erproben können. Die Älteren können sich als Ausbilder zum Schwimmen, Rettungsschwimmen oder Erste Hilfe einbringen. Auch für Leute die Vormittags Zeit haben wollen wir künftig das DLRG Kindergartenprojekt aufbauen, in dem Kinder auf spielerische Weise das Verhalten und die Gefahren am und im Wasser kennen lernen“.

Aber auch ein weiterer Baustein des Erfolges darf nicht fehlen. So verfügt die Stadt Gladbeck mit dem Hallenbad und dem Freibad über zwei Bäder, die sie auch trotz der schwierigen Finanzlage immer wieder erhält und renoviert hat. „Dafür möchten wir der Stadt an dieser Stelle auch ein Lob aussprechen, denn sind gerade Bäder eine Kostenansatz der trauriger Weise in vielen Orten als erstes gestrichen wird. Dieses ist ein Trend der sich so nicht fortsetzen darf, gefährdet er doch das Wohl der Kinder, da ihnen die Möglichkeit genommen wird eine Grundfähigkeit – das Schwimmen – zu erlernen. Daher möchten wir die Stadt auch ermuntern sich weiterhin für den Erhalt der Bäder in Gladbeck einzusetzen“ appelliert Richtarsky. Denn auch die nächsten 100 Jahre wollen die Lebensretter für eine Freie Zeit in Sicherheit sorgen.

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